UNSER KLOSTER IN WIEN

DIE GRÜNDUNG DES WIENER KLOSTERS AM RENNWEG

 

Wenige Orden leben heute noch in ihrem ursprünglich für sie erbauten Klostergebäude. So die Salesianerinnen am Rennweg

DIE STIFERIN

KAISERIN

WILHELMINE

AMALIA

Etwa hundert Jahre nach der Entstehung des Ordens der Heimsuchung gründete - wieder eine Witwe - das Wiener Kloster am Rennweg

Kaiserin Wilhelmine Amalia war die Witwe Kaiser Josefs I., der schon mit 33 Jahren an Blattern starb. Sie war eine fromme Frau, die Zurückgezogenheit liebte. Der frühe Tod des Kaisers und die kurz danach in Wien hereinbrechende Pest, die Tausende von Opfern forderte, mag in ihr den Gedanken geweckt haben, sich in ein Kloster zurückzuziehen.

Zunächst aber musste sie sich nach dem Tod des Kaisers der Erziehung ihrer beiden Töchter bzw. der Frage ihrer Thronfolge widmen und war daher noch stark in politische Agenden des Herrscherhauses involviert.

Als die Frage des Klostereintrittes für sie aktueller wurde, stellte sie fest, dass keines der in Wien vorhandenen Klöster für sie in Frage käme und so reifte der Plan, selber ein Kloster zu stiften, wo sie auch ihren Lebensabend verbringen könnte. Zugleich sollte dieses Kloster auch noch anderen Zwecken dienen; dabei dachte sie an junge Mädchen aus dem verarmten Adel oder gehobenem Bürgertum, für die es damals in Wien keine angemessene Bildungsstätte gab; für sie sollten Schule und Pensionat eingerichtet werden. Außerdem sollte mit diesem Kloster auch das religiöse Leben Wiens bereichert werden.

Die Kaiserin Amalia wandte sich nun an den Erzbischof von Mecheln mit der Bitte um Heimsuchungsschwestern; mit diesen verband sie eine langjährige Bekanntschaft und sie hielt sie für geeignet, um ihre Klosterpläne durchzuführen.

Am 31. Juni 1717 trafen fünf Schwestern in Wien ein, die von der Kaiserin mit großer Freude in Schönbrunn empfangen und dann in ihrem vorläufigen Quartier untergebracht wurden. Genau zwei Jahre nach der Grundsteinlegung, am 13. Mai 1719, fand dann unter feierlicher Mitwirkung der Kaiserin, ihrer Töchter und des Hofes die Einweihung der Kirche und die Inbesitznahme des Hauses durch die ersten Ordensfrauen statt.

Noch im gleichen Jahr legte die erste Österreicherin ihre Profess in der neuen Kirche ab.

Fünf Jahre später hatte sich die Zahl der Schwestern bereits verdoppelt. Die Kaiserin hatte eine herzliche Beziehung zu den Schwestern und kümmerte sich auch persönlich um das Wohl der „Zöglinge“.

Nachdem ihre Töchter standesgemäß verheiratet waren, zog sich die Kaiserin ganz in das Kloster zurück. Sie hat sich allerdings vorbehalten, das Kloster zwischendurch zu verlassen, nahm sie doch auch weiterhin Anteil am Leben ihrer Töchter und Enkelkinder.

Am 10. April 1742 starb die Kaiserin in ihrem geliebten Kloster am Rennweg. In ihrem Testament hatte sie gewünscht, auf dem Totenbett das Ordenkleid der Salesianerinnen tragen zu dürfen. Sie wurde in der Gruft des Klosters inmitten der Schwestern begraben.

Textfeld: Salesianerinnenkloster